Grundlagen private Altersvorsorge
Die gesetzlichen Renten werden in den nächsten Jahren weiter sinken, das ist kein Geheimnis. Die Notwendigkeit einer privaten Altersvorsorge ist heute präsenter denn je zuvor. Die wesentliche Frage ist: Wie kann man den eigenen Lebensstandard im Rentenalter absichern und beibehalten?

Gleich mehrere Faktoren arbeiten gegen sie. Einerseits sollten sie berücksichtigen, das 1000 Euro in 40 Jahren, bei einer Inflationsrate von 2% nur noch 450 Euro  wert sein werden. Die Inflation nagt am Wert des Geldes, eines Kalkulation auf 70% des heutigen Nettogehaltes, wie bei vielen Versicherern üblich, ist daher äußerst fragwürdig. Andererseits ist damit zu rechnen, dass ihr Lebensstandard mit dem fortschreitenden Alter steigen wird, sei es die Wohnungsgröße, ein kostspieliges Hobby oder ausgedehnte Reisen.

Die gesetzliche Rente wid nach heutigem Stand der Dinge von 67% auf 49% beim Renteneintritt in 2020 sinken. Spätestens ab einem Renteneintritt im Jahr 2035 ist mit unter 40% des letzten Nettogehaltes zu rechnen. Maßnahmen der privaten Altersvorsorge sollten daher gut überlegt sein. Nachfolgend werden die grundsätzlich wichtigsten Dinge, die sie beachten sollten, angesprochen.

 

Altersvorsoge - Die Zeit ist ihr wichtigstes Kapital

Je früher sie mit ihrer eigenen Altersvorsorge beginnen, umso leichter ist es auch mit kleinen Beträgen ein ansehnliches Ergebnis zu erzielen. Würden sie über 40 Jahre lang je 50 Euro monatlich (bei durchschnittlich 8% Rendite von per Anno) für ihre Altersvorsorge zurücklegen, könnten sie ein Ergebnis von 161.133,15 Euro erzielen. Um den gleichen Endbetrag bei einer Sparzeit von 20 Jahren zu erreichen, müssten sie bei gleicher angenommener Rendite schon 283 Euro im Monat zurücklegen. Allein durch den Zinseszins würden sie durch die längere Sparzeit rund 14.000 Euro mehr erwirtschaften.

Mit jedem verschenkten Jahr gehen ihnen nicht nur Zinsen verloren, sie versäumen unter Umständen auch attraktive staatliche Förderungen oder steuerliche Vorteile. Weiterhin ist eine sehr lange Frist die ideale Möglichkeit, um Gelder in renditestarke Aktien oder Aktienfonds anzulegen. Mit Aktien haben sie grundsätzlich gute Chancen der Inflation ein Schnäppchen zu schlagen.

Altersvorsorge - verlassen sie sich nicht auf anderer Leute Geld

Die Kalkulation auf höhere Gehälter in späteren Jahren kann ein gefährlicher Trugschluss sein. Berufseinsteiger werden im Laufe ihrer Karriere sicherich die ein oder andere Lohn-oder Gehaltserhöhung erreichen, das sei unbestritten. Allerdings wachsen meist die Lebensunterhaltungskosten proportional mit. Eine Familie kann teuer sein, vielleicht ist auch nur der neue Sportwagen teurer als der alte Kleinwagen, viele Faktoren tragen dazu bei, das die Lebenshaltungskosten mit den Jahren steigen.

Wenn sie ein potentielles Erbe fest in ihre eigene Altersvorsorge einplanen, laufen sie Gefahr sich nicht unerheblich zu verrechnen. Die Erbschaftssteuer in ihrer jetzigen Form steht in Frage, eine hochverschuldete Immobilie ist als Altersvorsorge zudem denkbar ungeeignet. Es muss nicht gleich ein Unwetter sein, dass das Familien Vermögen aufzehrt. Allein ein Pflegefall kann Kosten verursachen, die ein potentielles Erbe restlos aufbrauchen können.

Altersvorsorge - Banken und Versicherungen wollen nur ihr Bestes 

Ihr Geld. Seien sie vorsichtig, nehmen sie sich Zeit und vergleichen sie Angebote. Sie wären nicht der erste, der durch gewitzte Vermögensberater übervorteilt wird. Hören sie nicht auf sagenhafte Renditeversprechungen. Niemand kann ihnen jährlichen Renditen weit über 5% garantieren.

Lassen sie sich beim Vergleich von Angeboten für eine private Rentenversicherung immer die garantierte Einmalauszahlung vorrechnen. Bestehen sie darauf, das monatlich die gleiche Summe eingezahlt wird, Vermögensberater polieren oftmals das Endergebnis auf, indem sie verschobene Raten zu Beginn oder am Ende ihrer Vertragslaufzeit kalkulieren. Für private Rentenversicherungen gilt ein tariflicher Garantiezinssatz von 2,75 %. Bei gleicher Spardauer und gleichem monatlichen Beitrag rechnen, müssten eigentlich alle Anbieter auf die gleiche Garantiesumme kommen, leider sieht die Realität anders aus. Sie sollten auch die Angebote für eine Riester Rente vergleichen , auch hier unterscheiden sich die Leistungen erheblich.

Die Unterschiedlichen Ergebnisse kommen durch unterschiedliche Gebührenstrukturen zu Stande. Bei einem monatlichen Beitrag von 100 Euro über 40 Jahre, können schon lediglich 0,5 % Verwaltungsgebühren jährlich einen 14 prozentigen Unterschied in der Endsumme bewirken. Bei einer kalkulierten Verzinsung von 8 % pro Jahr (respektive 7,5%), wären das immerhin 40.000 Euro Verlust.

Altersvorsorge - Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Es scheint vermessen bei einem hochsensiblen Thema wie der Altersvorsorge von Mut zum Risiko zu sprechen. Eine gewisse Risikobereitschaft ist jedoch keinesfalls mit Leichtsinn gleichzusetzen. Deutsche Anleger scheuen Aktien und Aktienfonds oftmals, wenn es um ihre Altersvorsorge geht. Andererseits haben sie auf einen sehr langen Zeitraum, auf den die Altersvorsorge schließlich ausgelegt ist, die besten Chancen optimale Ergebnisse durch Aktien oder Aktienfonds zu erzielen.

Vergleichen wir einmal eine durchschnittliche festverzinste Anlage (kalkulierte Verzinsung von 4,5% pro Jahr) mit einer Anlage in 4 verschiedene Aktien. Der Einfachheit halber kalkulieren wir einen einmaligen Anlagebetrag von 8.000 Euro.

Die festverzinsliche Anlage von 8.000 Euro ist nach 40 Jahren immerhin 46.530,92 Euro wert. Bei den Aktien gehen wir vom schlimmsten Fall aus. Leider gingen 3 von den anfänglich ausgewählten Gesellschaften im Laufe der Jahre konkurs. Sie verloren also 6.000 Euro ihres eingesetzten Kapitals. Die 4. Gesellschaft allerdings wuchs und gedieh, die Anlage erzielte eine jährliche Rendite von 9%. Aus den 2.000 Euro, die sie anfänglich in diese eine Gesellschaft investierten, wurden in 40 Jahren exakt 62.818,84 Euro.

Aktienfonds können genau diesen Effekt besonders gut nutzen, sie investieren in weit mehr als nur 4 Aktien. Deutsche Aktienfonds erzielten in den letzten 20 Jahren durchschnittliche Renditen von über 8% pro Jahr. Dies entspräche einer Wertsteigerung der 8.000 Euro Anlage auf 173.796,17 Euro in 40 Jahren.

 

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